Walbesichtigungen für Kinder

BJ-Learning Centre
BJ-Learning Centre



In jedem Sommer ermöglicht mir die "Gesellschaft zur Rettung der Delphine-GRD" und seit 2016 auch  Pottwale.ev,  Ausflüge mit Schulklassen zur Wal- und Delfinbesichtigung zu unternehmen. Diese Kinder haben meist noch nie eine Bootsfahrt genossen, geschweige denn je die finanzielle Chance, Wale und Delfine vor ihrer Haustür live zu erleben. Vor der Ausfahrt gebe ich eine anschauliche Einführung anhand eines originalen Pottwal-Skelettes, dem Moby Dick der Weltmeere. Geortet werden die Meeressäuger im Idealfall mit bloßem Auge an ihrem Blas oder mit einem Hydrophon an Bord, dass im Umkreis von 1.5 Kilometern alle Unterwasser-Geräusche empfängt, so auch die Laute der Wale und Delfine.

 

Das "Projekt Dominica" ist ein Forschungs- und Schutzprojekt für Wale und Delfine und wurde ins Leben gerufen von den GRD-Mitgliedern Andrea und Wilfried Steffen , die mittlerweile ihre eigene Schutzorganisation "Pottwale.ev" gründeten . Ich fungiere als Koordinatorin und Repräsentantin der GRD und Pottwale .ev vor Ort für dieses Kooperationsprojekt . Dank der Spendengelder aus Deutschland , führen wir zur grossen Freude der Kinder in den 2.5  Monaten Sommerferien Kinderprogramme zum Thema Meeressäuger/Umweltschutz durch. Dazu gehören sowohl Strandsäuberungsaktionen, Bastel-,Theater -und Tanzworkshops, sowie Vorträge und natürlich Walbesichtigungen .

 

 

Bilder der Kinder-Walbesichtigungen findet Ihr u.a. in meiner Foto Galerie.

 

Infos der GRD zu dem " Projekt Dominica" unter:

http://www.delphinschutz.org/projekte/pottwalschutz-in-dominica/whale-watching-fuer-kinder

 

Oder bei Pottwale.ev :

 

http://www.pottwale.de/

https://www.facebook.com/Pottwale.ev/?fref=ts

 


Rettungsaktion: Schildkröten Eier

Hawksbill
Hawksbill

 

An Dominicas Stränden legen jedes Jahr Riesen-Schildkröten ihre Eier ab. So die Leatherback, Hawksbill und Green Turtles.

Durch eine Palmen-Fäll-Aktion wurde schlüpfenden Hawksbill Schildkröten an einem kleinen Legestrand in meiner Nähe, im vergangenen Sommer der Weg zum Meer verbaut. Die umgefällten Baumstämme eine unüberwindbare Hürde für die Brut. Einer der Arbeiter entdeckte das Nest und einige hatchlinge, die gerade auf dem Weg waren aus dem Nest an die Sonne zu krabbeln, allein das ein Kraftakt. Er packte beherzt die bereits geschlüpften Hawksbill Babys in seinen Bauarbeiter-Helm und kam zu mir gerannt .

"Weiße Frau, weiße Frau, du mußt sie großziehen, meine Kollegen wollen sie töten". Man muß verstehen, dass es in einigen Gebieten noch sehr an Aufklärung zum Artenschutz mangelt und einige Einheimische noch ihrer alten Tradition folgen und sowohl das Fleisch der ausgewachsenen Weibchen als sehr teure Delikatesse verkauft wird, als auch die Eier und die hatchlinge verzehrt werden.

 

Da stand ich nun mit einem Helm voller Schildkröten-Babys, die ich selbst noch nie im Leben das Glück hatte zu sehen und unter den erwartungsvollen Augen von Toni, der glaubte, ich wisse, wie ich sie in meiner Badewanne aufziehen kann. Was ich wußte war, dass sie so schnell es ging ins Meer müssen und man sie einige Meter an Land selbst laufen lassen muß, damit sie sich später einmal erinnern, um dann selbst an ihrem Geburtsstrand ihre Eier abzulegen. Das nur 1% eines Gelege überlegt, wußte ich damals noch nicht und bewahrte mich vor einer mütterlichen Panik! Ich überzeugte ihn also davon, dass wir wieder zurück zum Nest müssen, die restlichen hatchlinge einsammeln, bevor es seine Kollegen tun, um sie dann unter Geleitschutz ins Meer watscheln zu lassen. Gesagt getan! Wir konnten insgesamt 121 geschlüpfte Hawksbill Turtles "bergen" und sie jenseits der gefällten Palmen am Strand absetzten.

Was dann passierte ist eines der wundersamsten und schönsten Erlebnisse meines Lebens! Diese völlig erschöpften Mini-Schildkröten erweckten bei dem Geruch und den ersten Tropfen Meer-Wasser wie zu neuem Leben und waren plötzlich wie aufgezogen. Sie strampelten und paddelten drauflos, als gäbe es einen Preis zu gewinnen. Reinkommende Wellen kippten sie auf den Rücken, wir drehten sie unter Anfeuerungsrufen wieder um und sie begannen erneut mit dieser unglaublichen Anstrengung, bei der schon ein Fuß von uns eine Riesen-Hürde war. Es war einfach herrlich dabei sein zu können, wir waren voller Ehrfurcht und auch Tonis Augen blieben nicht trocken! Er hatte den schlimmsten Teil hinter sich bringen müssen, die Beschimpfungen seiner Kollegen, weil er "der verrückten Weißen" half und die Androhung seines übelgelaunten Chefs ihn zu kündigen, wenn er nicht augenblicklich wieder an die Arbeit gehe. Seine Antwort darauf, die mich ebenfalls bis heute sehr beeindruckt:

Du bist nicht mein Boss, GOTT ist mein Boss und der weiß, dass es gut ist, was ich hier mache und gibt mir dann einen neuen Job!

 

Die wenigen Bilder dieser Rettungsaktion findet ihr in der Foto-Galerie.